Donnerstag, 8. November 2007
Menschen
Die Frau mir gegenüber in der S-Bahn blickt gedankenverloren aus dem Fenster. Eine abgekämpfte Mitfünzigerin. Was für ein anstrengender Tag das doch heute war. Was der Mann wohl heute essen will? Sie freut sich darauf, später mit ihm auf dem Sofa zu sitzen und ihn bei sich zu haben. Ein wenig traurig, weil der Sohn sich so selten meldet.
Die junge Studentin neben ihr ist in ihr Buch versunken und lächelt. Sie liest nicht ihren Reader, sondern den Roman, der so viel Zeit frisst. Der Kuss ihres Freundes liegt noch auf ihren Lippen.
Der Rentner neben mir ist wütend auf die Welt. Zweimal ist er vorhin angerempelt worden ohne Entschuldigung. Wo ist nur der Respekt geblieben? Die vielen jungen Menschen um ihn machen ihm Angst. Alt und müde.

Ach ich wünschte, ich könnte Gedanken lesen.

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Dienstag, 6. November 2007
Kitschig. Na und?
Kann es etwas Schöneres geben, als in dieser Jahreszeit abends im Sessel in der Bibliothek zu sitzen? Das Buch in den Händen, Wein und dampfender Tee neben mir auf dem Tisch. Das Glimmen im Kamin schwelt vor sich hin und droht zu erlöschen. Der Liebste hat es schon gesehen und legt zwei weitere Holzscheite auf. Als er aufsteht, bekomme ich ein Lächeln, das mehr wärmt als jedes Feuer.

Zugegeben, an der Sache mit der Bibliothek, dem Kamin und dem Liebsten arbeite ich noch. Buch, Wein und Tee sind schonmal vorhanden. Kein schlechter Anfang, wie ich finde.

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