Dienstag, 9. November 2010
Au revoir
Irgendwann habe ich die Kategorie "Am Main ist's auch ganz schön" hier eingeführt. Mickrige 3 Beiträge sind es geworden. Nun, mehr werden es jetzt nicht mehr werden.

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Ein bisschen zu Hause
Ich hab die Postmoderne satt. Ich will mein Leben nicht ständig dekonstruieren. Ein Sinn wäre schön. Und doch ist jeder Sinn nur so valide wie der Glaube daran. Warum also überhaupt glauben, wenn es doch keine Konstanten gibt? Nun, dann lasse ich mich eben erst mal treiben und werde sehen, ob auch Treibgut Wurzeln schlagen kann.
Ich glaube, es geht auch ohne Glauben. Vertrauen ist genauso gut. Oder ist das gar das Gleiche?

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Dienstag, 23. Februar 2010
Nicht alles muss gehört werden
Neulich war ich auf einer Bloglesung. Ich weiß gar nicht, ob es meine erste war. Sollte ich schon mal bei einer anderen gewesen sein, habe ich sie wohl aus gutem Grund vergessen. Selbiges könnte auch mit dieser passieren, daher muss ich jetzt etwas dazu aufschreiben.

Früher dachte ich immer, wenn man als Blogger bei einer Lesung geladen ist, dann hat man es geschafft und gehört zu den Großen. Die eigenen Worte vor einem Publikum lesen, das einem an den Lippen hängt und nach Fortpflanungsübungen giert - das erschien mir als der Gipfel des Internetschaffens. Aber was soll ich sagen: Ich bin enttäuscht. Die meisten Lesenden lieferten nur unterdurchschnittliche Prosa und leider auch Lyrik. Alles immer schön kurz und auf die Pointe hin ausgerichtet. Das funktioniert bei humorvollen Geschichten noch halbwegs. Jegliche ernsthaften Ausflüge sind nur traurig. Und bitte, bitte keine Romane daraus machen.

Ich will nicht behaupten, alle Lesungen seien schlecht. Mich beschleicht aber der Eindruck, die Menschen da vorn sind meist in erster Linie Selbstdarsteller mit einem gewissen Hang zur Rampensau, die das "Ich will geliebt werden, also schreibe ich was ins Internet" in die Realität übertragen. Die richtig Guten jedenfalls lesen selten oder gar nicht. Wohl aus guten Grund.

Das Wort "Texte" möchte ich jetzt eine Weile erst mal nicht mehr hören. Es wird nämlich inzwischen inflationär für alles von einem Aphorismus bis zum Roman gebraucht. Die deutsche Literaturlandschaft hat eine Menge Begriffe für alle unterschiedlichen Textarten. Da darf man ruhig dazu stehen und die eigenen Ideen einsortieren. Etwas nur "Text" zu nennen, ist ganz schön allgemein und zeigt eher den Wunsch, vielleicht einen ganz großen, genialen Wurf landen zu wollen, aber nicht so richtig zu wissen, wie man ansetzen soll und erinnert mich an frische Germanistik-Studenten, die mit dem Studium angefangen haben, weil sie so gerne schreiben und im Literatur-Kurs immer eine 1 hatten.

Man soll nun nicht denken, ich hätte alles schlecht gefunden. Verrisse schreiben macht nur eben mehr Spaß. Die kleinen Perlen, die es gab, waren nur leider inmitten des ganzen Katzengoldes kaum zu erkennen.

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