Montag, 17. November 2008
Ein Wochenende an der Spree
Ein Wochenende in der alten Heimat verbracht und das Heimweh gepflegt. Es sind ja dann doch nicht nur die Menschen, die ich in der neuen Heimat vermisse. Es ist auch das Laute und Schmutzige. Es sind die vielen unscheinbaren Ecken, mit denen ich Erinnerungen verbinde. Ich habe mich in das Lebensgefühl da verliebt. In dieser Stadt habe ich einige der wichtigsten Erfahrungen in meinem Leben gemacht. Ja, natürlich hatten die meisten davon mit Sex zu tun.

Neben meinem ganzen Entfernungsschmerz und Rumgejammer stelle ich aber erstaunt fest, dass ich freundlicher zu meinen Mitmenschen bin, seit ich nicht mehr da oben wohne. Ich arbeite mehr und finde das sogar in Ordnung. Ich wohne klaglos in einer Wohnung, die vorher für mich nicht in Frage gekommen wäre.

Ich weiß auch nicht. Liegt wahrscheinlich am Klima hier. Oder so.

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Mittwoch, 22. Oktober 2008
Hessischer Äther
Wenn das mit dem neuen Job schiefläuft, mache ich eben einen vernünftigen Radiosender auf. Wäre ich die erste hier.

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Maine neue Stadt (okay, das holpert, aber was soll's)
Nun bin ich also angekommen in der kleinen großen Stadt. Ich werde nie Probleme haben, hier eine Reinigung zu finden und im Anzug falle ich nicht auf. Der Blackberry zählt hier wohl als modisches Accessoire, so richtig cool bin ich meinem iPhone hier aber auch nicht. Einkaufen kann man bis 10. Arbeit wird hier groß geschrieben, mit einem ganz großen A. Essen kostet mehr, vernünftiges Bier gibt es selten, dafür auch weniger sichtbares Elend und meine jahrelang trainierte Fähigkeit, auch mit geschlossenen Augen jedem Hundehaufen auszuweichen, wird wohl verkümmern. Die Hektik, alles mitnehmen zu müssen in einer Stadt, die nie schläft, ist gewichen.
Ich bin sehr willens, hier anzukommen. Wenn ich durch den Frankfurter Nebel durchgefunden habe, wird das auch was.

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